Photography, Vintage

„Es ist die Zeit, die ich in meine Sammlung investiert habe, die sie so wertvoll für mich macht.“ – Für Johann.

Johann liebt das Sammeln: Uhren, Nähmaschinen, Radiogeräte, Kalender, Schreibmaschinen, Bauerngeräte, Werkzeug, Globen und allerhand mehr. Aus einem Hobby wurde etwas ganz Großes und so beschloss der Wetzelsdorfer vor zwölf Jahren aus seinem Pferdestall ein Privatmuseum zu machen. Heute lebt der mittlerweile 82-Jährige im Haus der Barmherzigkeit in Poysdorf. Gemeinsam mit Eva und Rafaela von Comepass habe ich Johann dort besucht und mich anschließend von ihm durch sein Museum führen lassen um mich dem Thema Vintage mal von einer ganz anderen Perspektive aus zu widmen.


Seine Liebe zum Sammeln entwickelte Johann vor etwa zwanzig Jahren nach seiner Krankenhausentlassung, als ihm der Arzt verordnet hatte sich ein Hobby zu suchen. Aus der Sammelleidenschaft wurde aber bald schon mehr und dass man nie zu alt für gute Einfälle sein kann, zeigte er schließlich im Jahr 2005 mit der Gründung seines Privatmuseums. Dort hat er mittlerweile ein ganzes Sammelsurium an alten Bauerngeräten, Maschinen und allerlei anderen Dingen ausgestellt.


Auch zur Fotografie hatte der Pensionist einen großen Bezug, allerdings zu Zeiten als noch analog mit Film geschossen wurde. Fünf Apparate hatte Johann insgesamt und somit eine noch viel größere Sammlung an Fotos. Die Anzahl seiner Bilder schätzt er auf 15.000 Stück. Heute fotografiert der 82-Jährige selbst nicht mehr, dafür ist die Technik schon zu fortgeschritten und die Zeit nicht mehr vorhanden.


Am lustigen Friedhof

Im Hof seines Bauernmuseums hat Johann auch einen lustigen Friedhof angelegt. Begraben ist hier niemand, stattdessen lassen sich aber zahlreiche Grabkreuze mit skurrilen Grabinschriften vorfinden.

Die Idee dazu hatte der leidenschaftliche Sammler vor einigen Jahren nach einem Urlaub mit seiner mittlerweile verstorbenen Frau in Tirol. Dort hatte er viele Fotos vom Museumsfriedhof Kramsach gemacht. Beim Betrachten der Urlaubs-Bilder kam ihm schließlich der Einfall ebenfalls einen lustigen Friedhof anzulegen.


Dinge, die Geschichten erzählen

Ähnlich wie in der Glasfabrik in Ottakring ging es mir auch im Bauernmuseum: Hier braucht es vor allem Zeit um all die Eindrücke aufzunehmen, denn auch in den hintersten Winkeln der Museums-Räumlichkeiten verbergen sich alte Schätze und die kuriosesten Gegenstände.


Welchen Stellenwert das Sammeln in Johanns Leben hat, zeigt sich hier sehr schnell, denn bei der Inszenierung seiner Besitztümer hat sich der Hobbysammler besonders viel Mühe gegeben. Mit viel Liebe zum Detail wurde alles originell drappiert und mit handgeschriebenen Schildern versehen.


C’est le temps que tu as perdu pour ta rose qui fait ta rose si importante.

– Antoine de Saint-Exupery

In sein Museum hat Johann viel Liebe gesteckt, aber es ist vor allem auch die Zeit, die er in seine Sammlung investiert hat, die sie so wertvoll für ihn macht. Einen besonderen Stellenwert haben für ihn seine Kalender.


„Jetzt muss mit dem Sammeln aber auch mal Schluss sein, sonst nimmt das kein Ende.“

Mittlerweile hat sich Johann auch schon von Teilen seiner Sammlung getrennt und zum Beispiel etwas für die Familienecke im Pflegewohnhaus beigesteuert. Die Familienecke ist ein Ort der Begegnung, zu dem jedeR HausbewohnerIn etwas beitragen kann um eine persönlichere und vertrautere Atmosphäre zu schaffen.


#LebenIstErleben

Im Haus der Barmherzigkeit können die BewohnerInnen aufgrund von Alter, Krankheit oder Behinderung ihre Interessen und Leidenschaften oft nicht immer unmittelbar ausleben. Die aktuelle Kampagne #LebenIstErleben hat sich zum Ziel gesetzt Lebensfreude ins Haus der Barmherzigkeit zu bringen und den Menschen im Pflegehaus eine Freude zu bereiten. Die HausbewohnerInnen sollen weiterhin an all jenen Dingen teilhaben können, für die sie sich seit jeher oder bereits vor der Pflegebedürftigkeit begeistern – denn Leben ist Erleben. Die Kampagne möchte dabei nicht zu Geldspenden, sondern zu „Herzensspenden“ aufrufen und bewusst machen, welche Leidenschaften wir alle mit den BewohnerInnen des Hauses gemeinsam haben.

Unter dem Hashtag #LebenIstErleben kann jedeR von uns den Pflegebedürftigen mit dem Upload eines Fotos oder Videos eine kleine Freude bereiten. Welche Interessen und Vorlieben die Menschen im Haus der Barmherzigkeit noch so haben, erfahrt ihr hier in ihren Video-Porträts.

Alle hochgeladenen Beiträge werden auf der Seite leben-ist-erleben.at gesammelt und in den Pflegealltag integriert und gemeinsam angeschaut. So kommen alle Herzensspenden auch dort an, wo sie Freude machen: Bei den Menschen selbst.


Hegt ihr auch eine Leidenschaft für das Sammeln? Dann bringt Johann Kurioses ins Haus. Teilt Fotos und Videos von euren Sammlungen mit dem Hashtag #LebenIstErleben und bereitet Johann auch eine Freude.

 

xoxo V-

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