Fashion

Textil-Guide: How To Stay Warm in Winter

Hört es irgendwann wieder auf so kalt zu sein? Diese Frage stelle ich mir seit Tagen jeden Morgen, wenn ich das Haus verlassen muss. Doch wie heißt es so schön „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung.“ und davon kann ich ein Lied singen. Denn jedes Jahr im Oktober – wenn die Temperaturen gegen Null wandern – übermannt mich die schiere Panik und ich werde von dem Gedanken beherrscht, dass ich in diesem Winter ganz sicherlich erfrieren werde. Dies war dann zum Glück aber doch nie der Fall und mit der Zeit habe ich gelernt mich richtig warm zu halten. Oft kommt es dabei aber gar nicht darauf an wie viel man anhat, sondern was man anhat und da spielt das Material eine wichtige Rolle. Ich habe in diesem Beitrag einen kleinen Textil-Guide verfasst, wie es sich mit der richtigen Kleidung warm durch den Winter kommen lässt.

Es gibt Stoffe, die sich aufgrund ihrer Beschaffenheit und kälteabweisenden Eigenschaften eher für kältere Temperaturen eignen und solche, die im Winter eher nichts taugen. Prinzipiell halte ich aufgrund der biologischen Abbaubarkeit mehr von Kleidung die aus Naturfasern hergestellt wurde und bin nicht unbedingt ein Fan von synthetischen Stoffen. Natürlich heißt Naturfaser aber noch lange nicht, dass ein Kleidungsstück auch fair und ökologisch nachhaltig produziert wurde. Viele finden Wolle, Kaschmir und Seide untragbar und setzen lieber auf  tierfreundlichere Alternativen. Wie man das letztlich handhabt bleibt aber eh jedem selbst überlassen. Heute möchte ich einige Stoffe vorstellen, welche im Winter sehr gut wärmen und welche bei kalten Temperaturen eher ungeeignet sind.


DO’S:

Kaschmir

Kaschmir wird aus dem Unterfell der Kaschmirziege gewonnen und hat eine besonders feine Struktur. Die weiche Faser hat ein relativ geringes Eigengewicht und hält im Winter unglaublich warm, ohne dass man sich in seiner Bewegungsfreiheit allzu eingeschränkt fühlt. Kaschmir hat jedoch auch seinen Preis: Aufgrund der besonderen Eigenschaften zählt diese Wolle zu den teuersten Naturfasern. Die Investition in einen Kaschmirpullover lohnt sich aber allemal, denn mit der richtigen Pflege kann man sich an einer besonders hohen Langlebigkeit erfreuen. Zudem gibt mittlerweile auch Kaschmirpullover fürs kleinere Budget (z.B bei & Other Stories), wobei es empfehlenswert ist auf den Winter-Sale zu warten und in ein reduziertes Stück zu investieren. Aber auch über Vintage- oder Secondhand-Läden lassen sich hochwertige Kaschmirpullover zu einem erschwinglichen Preis erstehen.


Seide

Auch Seide ist eine besonders weiche Faser, die aus dem Kokon der Seidenraupe gewonnen wird und besonders isolierend bei Kälte, aber auch Wärme wirkt. Ähnlich wie bei Kaschmir handelt es sich bei Seide um ein Luxusgut, bei dem es sich lohnt in ein zeitloses Stück zu investieren, welches viele Jahre Freude bereitet.


Daunen

Ich mag sie nicht besonders gerne, muss aber gestehen, dass mich kaum etwas so sehr warm hält wie mein Daunenmantel. Daunenfedern werden aus dem Unterkleid von Vögeln – meist Gänsen oder Enten – gewonnen und haben eine äußerst wärmedämmende Eigenschaft. Doch nicht nur bei der Optik von Daunenmänteln scheiden sich die Geister, auch die Daunengewinnung ist äußerst umstritten, da die Federn häufig durch Lebendrupf erzeugt werden.

 


Wolle

Aus diesem Grund bevorzuge ich eher Wollmäntel mit einem Wollanteil von mindestens 60%. Hier gilt: Je höher der Wollanteil ist, umso wärmer der Mantel. Aber Achtung: Die meisten Wollmäntel, die als solche ausgegeben werden enthalten meist nur einen sehr geringen Wollanteil und bestehen oft zum Großteil aus anderen Materialien wie Polyester oder Viskose. Ein Blick auf das Waschetikett gibt Aufschluss darüber, wie warm das Stück letztendlich wirklich ist.



DONT’S:

Baumwolle

Die Baumwollfaser wird aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze gewonnen und ist besonders saugfähig, dadurch aber auch ungeeignet für die Wintergarderobe. Hat die Faser erst einmal Feuchtigkeit aufgenommen (z.B durch Schwitzen), trocknet das Gewebe nur sehr langsam. Statt Baumwollsocken empfiehlt es sich also im Winter eher auf Wollsocken umzusteigen.


Polyester

Polyester ist ein industriell hergestellter Stoff und gilt als äußerst reißfest und pflegeleicht. In Form von Fleecewesten kann es sehr wärmend sein, allerdings würde ich von Polyesterblusen im Winter abraten, da diese die Kälte förmlich anziehen.


Acryl

Acryl oder auch Polyacryl ist eine synthetisch hergestellte Faser, die in der Beschaffenheit Wolle stark ähnelt. Diese Faser lässt sich zu einem Großteil in fast allen Pullovern und Westen der gängigen Modehäuser finden und macht diese relativ preiswert. Pullover, die als „Wollpullover“ verkauft werden enthalten meist nur einen 5%igen Wollanteil und bestehen ansonsten oft aus Acryl und Polyamid. Dieser Stoff hält zwar warm, für mich persönlich überwiegen aber die negativen Eigenschaften, weshalb ich Acryl zu einem Großteil aus meinem Kleiderschrank verbannt habe. Wer sich an elektrisch aufgeladenen Haaren und schnellem Schwitzen weniger stört und sich jede Saison sowieso komplett neu einkleiden möchte, kann gerne zu Acryl-Ware greifen. Wer hingegen lieber auf hochwertige und langlebige Kleidung setzt, dem kann ich nur Pullover aus Wolle oder Kaschmir ans Herz legen.

Das letzte Mal, dass ich Geld in einen Acryl-Pullover investiert habe war im Wintersale 2016 bei Mango. Ein wunderschöner, kuscheliger, bordeauxroter Oversize-Pullover für 40€. Ein Blick ins Waschettickett verriet mir, dass ich mit 63% Acryl, 28% Polyamid, 8% Polyester und 1% Elastan langfristig wohl nicht so viel Freude haben würde, aber ich wollte den Pullover unbedingt haben und habe mir diesen letztendlich auch gekauft. Gleich beim ersten Mal Tragen bildeten sich kleine Knötchen und der Pullover sah nach nur einem einzigen Tag billig und abgenutzt aus. Und kein teures Pflegewaschmittel der Welt könnte mir das Teil wieder in den Ursprungszustand zurückbringen, so ziehe ich es nur noch zu Hause an oder wenn ich mit dem Hund spazieren gehe, aber auch das nur selten, da man mit einer Jacke drüber ziemlich schnell ins Schwitzen kommt. Diese Fehlinvestition bereue ich noch immer so sehr, dass es mir gelungen ist meine Fehlkäufe seither auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Beim Kauf eines jeden neuen Kleidungsstückes stelle ich mir folgende Frage: Brauche ich es wirklich oder habe ich so ein ähnliches Teil schon zu Hause? Ist es etwas, was ich oft tragen werde? Wenn ja: Sieht es nach mehrmaligem Tragen noch immer schön aus?  Wenn sich diese drei Fragen mit JA beantworten lassen, dann spielt oft auch noch der Preis eine entscheidende Rolle und der ist bei guter Qualität und besonders hoher Produkt-Langlebigkeit eben auch meist dementsprechend höher.


Mit welchen Stoffen habt ihr im Winter die beste Erfahrung gemacht und was sind eure Fashion Hacks um bei Minusgraden nicht zu erfrieren?

xoxo V-

 


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1 Comment

  • Reply Carrie 18. Februar 2017 at 15:29

    Danke für deinen interessanten Beitrag
    http://carrieslifestyle.com

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