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Wer ist eigentlich dieser Silvester?

Im Web sammeln sich die Blogbeiträge darüber wer heuer wo welches Outfit zu Silvester tragen wird. Tja. Ich weiß noch nicht einmal wie ich den Start ins neue Jahr heuer verbringen werde, geschweige denn was ich dabei tragen möchte. Ein superfancy Galadinner wird es wohl nicht werden und auch kein ausgelassenes Feiern in irgendeinem hippen Club. Da war nämlich noch was: Die kleine schwarze Pelzwurst. Ja für so Hunde ist Silvester nicht so fein, zumindest nicht in Wien. Da wird nämlich schon seit Anfang Dezember geböllert und am Silvestertag selbst kracht und scheppert es sowieso nur noch.

Also ist es the same procedure as every year und ich stelle mir seit Wochen die Frage: Wie soll ich heuer Silvester verbringen?

Da sich das bisher dann meist sowieso kurzfristig ergeben hat, möchte ich mich aber mit dieser stupiden Frage gar nicht mehr auseinandersetzen und viel lieber Vorbereitungen treffen für einen würdigen Jahresabschluss, den ich alljährlich schon tagsüber zelebriere.


Zu Mittag esse ich Linsen mit Semmelknödeln (Je mehr Linsen man isst, desto mehr Geld soll man im Neuen Jahr angeblich haben. Ich bin eigentlich nicht sehr abergläubisch was das betrifft, aber irgendwie hat sich diese „Tradition“ bei mir die letzten Jahre über eingebürgert.).

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Sobald es draußen dann dunkel wird, lasse ich mir ein heißes Bad ein, zünde ein Meer aus Kerzen an und tue den restlichen Nachmittag nichts anderes mehr außer zu entspannen. Dabei trinke ich ein Glas Litschi-Sekt, esse Lachsbrötchen (heuer werden es Lachs-Tramezzini sein) und lese ein Buch, meine Zeitschriften oder sehe mir folgenweise Lieblingsserien an. Dabei fühle ich mich immer wie Marie Antoinette – ein gebührender Jahresabschluss wie ich finde. Während draußen die Idioten in der Kälte stehen und ihre Knaller zünden, die außer laut sein noch nicht mal viel können und ihnen vermutlich das ganze Taschengeld gekostet haben- liege ich dann stundenlang in der Badewanne und vergesse die Welt um mich herum.


Nach dem Luxusbad wickle ich mich dann in meinen Bademantel und kümmere mich noch um Dinge wie Maniküre, Pediküre, Make-up und Frisur. Kurz bevor das Abendprogramm dann losgeht schlüpfe ich in mein Silvesteroutfit. Ready.

Letztes Jahr habe ich Silvester in einem Privathaus in Ungarn mit einer großen Gruppe gefeiert. Die Zeit bis Mitternacht haben wir mit Gesellschaftsspielen und Wein überbrückt. Natürlich wäre das heuer mit der Pelzwurst auch ideal, da in Ungarn so gut wie nicht geschossen wird – abgesehen von dem zehnminütigen Feuerwerk um Mitternacht.


Ein weiterer Silvesterbrauch, den ich ganz gerne habe ist das Bleigießen. Auch wenn die erstarrten Bleistücke sowieso jedes Jahr gleich aussehen. Kurz vor Jahreswechsel geht’s dann mit einer Flasche Sekt nach draußen um sich das Feuerwerk anzusehen und dabei zuzuhören, wie der Wiener Walzer aus irgendeinem Autoradio tönt.

Vor Jahren habe ich Silvester mal in Spanien verbracht. Ein spanischer Silvesterbrauch ist es, um Mitternacht zwölf Weintrauben zu essen – mit jedem Glockenschlag eine Traube. Bis zum letzten Glockenschlag müssen alle Trauben aufgegessen sein, ansonsten hat man im nächsten Jahr Unglück. Spätestens bei der fünften walnussgroßen Weintraube, die ich mir in den Mund gestopft hatte, empfand ich dies jedoch als einen sehr unpraktischen Silvesterbrauch.

Weniger unpraktisch ist der Brauch mit der roten Unterwäsche, die frau dabei in der Silvesternacht trägt. Wenn man sich dem Aberglauben jedoch hingibt, dann muss man die Wäsche geschenkt bekommen haben und sie darf zuvor noch nie getragen worden sein. Ich habe auch schon gehört, dass die Wäsche danach weggeworfen muss, damit das neue Jahr vom Glück heimgesucht wird. So etwas Dummes können sich nur Unterwäschehersteller ausgedacht haben…

Dafür mag ich es gerne aufgeräumt und sauber, wenn das neue Jahr anbricht. Deshalb halte ich mich auch an den Brauch, dass man keine Wäsche aufgehängt haben soll. Auch wenn ich nicht daran glaube, dass (so heißt es) irgendwelche Geister durch meine Wohnung schwirren und sich dabei in den Wäscheleinen verfangen könnten.


Das größte Glück, welches ich zu Silvester je erleben durfte war, als ich in der Nacht auf das Jahr 2012 vom Feuerwerkschauen zurück in meine Wohnung gegangen bin und in den Scherben eines zerbrochenen Sparschweins einen Zwanzig-Euro-Schein auf der Straße gefunden habe. Und auch das restliche Jahr verlief noch außerordentlich gut für mich 😉

Wie auch immer meine Silvesterpläne heuer ausfallen werden, wichtig ist mir nur, diese Nacht in netter Gesellschaft und angenehmer Atmosphäre zu verbringen. Und dabei darf die Pelzwurst natürlich auch nicht fehlen. Der Rest ergibt sich dann sowieso. Je weniger man sich unter Druck setzt, umso besser.

Und wie werdet ihr heuer die letzte und erste Party des Jahres feiern?

xoxo V-

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